Jüdischer Friedhof – Heiliger Sand
Der Heilige Sand in Worms gilt als ältester jüdischer Friedhof Europas; er dürfte zeitgleich mit dem Bau der ersten Synagoge (1034) angelegt worden sein. Der älteste erhaltene Grabstein, der des Jakob ha Bachur, stammt aus dem Jahr 1076. Insgesamt umfasst der Friedhof circa 2.000 Gräber. Nachdem 1911 ein neuer jüdischer Friedhof außerhalb der Stadt angelegt wurde, lief die Nutzung des Heiligen Sandes weitgehend aus; die letzten Bestattungen wurden in den 1930er Jahren durchgeführt.

Martin Buber beschreibt in seiner Schrift „Aber gekündigt ist mir nicht“ aus dem Jahr 1933 einen Spaziergang über den Wormser Judenfriedhof:
„Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor, und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“
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