Back from USSR
1991 beteiligt sich Patio an der ART Frankfurt. Dort erscheint am Stand mehrmals Frau Inna Krymova, die in Moskau ist, was dazumal Anita Kaegi in Frankfurt. Sie bereitet eben ARTMif vor, die Internationale Moskauer Kunstmesse, und ist der Meinung, Patio müsse sich daran unbedingt beteiligen, der Ausstellungsstand wird kostenlos zur Verfügung gestellt, Unterkunft und Speise dazu. Patio nimmt’s zuerst als guten Gag, aber kurz nach der Messe kommen sogar zwei Kuriere aus Moskau, die einen Brief bringen, in dem Patio noch einmal beschworen wird. Nun ist sogar der Transport des Ausstellungsgutes nach Moskau und zurück finanziert. Es wird nun ernst. Klaus Münchschwander und Friedel werden Patio in Moskau vertreten. Nicht nur das Ausstellungsgut, die Bilder, sondern die gesamte Standausstattung muß nach Moskau, selbst Nägel, Hammer, Zange, Schnur, Klebstoff, Clopapier, alles. Dazu konstruiert Klaus eine platterdings sagenhafte Kiste, eine rechte Kiste des Columbus, in die, als sie fertig gepackt war, aber auch kein Lorbeerblatt mehr hinein gepaßt hätte. In Moskau logieren die beiden als VIPs in einer Suite im Hotel MOCKBA. Auf der Messe selbst ist Patio die einzige deutsche Galerie. Großes Besucher-interesse, kein Geld. Alle gezeigten Kunstwerke kehren deshalb so nach Deutschland zurück, wie sie nach Moskau gereist sind.
Nach der Rückkehr aus Moskau macht Patio eine Ausstellung unter dem Titel „Back from the USSR. Patio packt die Kiste aus.“ Im Ausstellungsraum steht nichts als die Kiste. Die wird ausgepackt, und die Ausstellung wird erst in Anwesenheit der Besucher gehängt. Am Tag danach ist alles wieder weg. Es bleibt das schöne Ausstellungsplakat von Klaus Münchschwander.
